Viele mögliche langfristige gesundheitliche Auswirkungen wurden im Zusammenhang mit früheren SARS-CoV-2-Infektionen beobachtet. Dazu gehört eine Vielzahl von körperlichen, kognitiven und psychischen Symptomen, die unsere Fähigkeit, in unserem täglichen Leben zu funktionieren, und unsere Lebensqualität beeinträchtigen. Störungen kommen in der Akutphase der Erkrankung vor und bestehen über lange Zeiträume oder tauchen Wochen bis Monate im Anschluss an die Infektion (erneut) auf. Es wurden ganz verschiedene Symptome beobachtet, diese können einzeln oder in Kombination aufkommen und in ihrer Dauer stark variieren. Bisher ist es nicht möglich, ein einheitliches Krankheitsbild zu definieren. Zudem ist der zugrunde liegende Mechanismus noch nicht aufgeklärt, aber das Wissen darüber wird mit intensiver Forschung ständig ergänzt.

Bisher nachgewiesen ist, dass Verstopfungen kleiner Blutgefäße (Mikrothrombus) und chronische Entzündungen, Autoimmunprozesse und die Aktivierung des Epstein-Barr-Virus an der Entwicklung langfristiger gesundheitlicher Auswirkungen beteiligt sind.
Menschen mit Long-Covid sind normalerweise nicht ansteckend, außer, es liegt ein Virus oder eine andere akute Infektion durch das Virus vor.

Der Begriff „Long-Covid“ wurde erstmals in den Medien von Menschen geprägt, die von langfristigen gesundheitlichen Einschränkungen sprachen. In den Ende 2020 veröffentlichten Leitlinienempfehlungen wird „Long-Covid“ als ein Gesundheitsproblem definiert, das über die akute Phase der SARS-CoV-2-Infektion, vier Wochen hinaus, anhält oder wieder auftaucht.

Symptome

Eine Liste mit Gesundheitszuständen und Zuständen, die nach aktuellem Wissensstand die Kriterien für den Post-COVID-19-Status erfüllen, sind bei der WHO hinterlegt. Zudem wurde unter internationalen Experten des Delphi-Prozesses ein Post-COVID-„Core Outcome Set“ vereinbart. Die in der wissenschaftlichen Forschung am meisten beobachteten Symptome sind Folgende:

  • Atemnot,
  • Müdigkeit,
  • Erschöpfung,
  • gedämpfte Belastbarkeit,
  • Schwäche,
  • Gedächtnisprobleme,
  • Schlafstörungen,
  • psychische Probleme wie depressive Verstimmung
  • und Angstsymptome sowie Geschmacksstörungen.

Die Symptome sind mit schlechter Lebensqualität und eingeschränkter Alltagsfunktion verbunden. Manche Menschen entwickeln in Folge einer SARS-CoV-2-Infektion auch einen Symptomenkomplex, dieser ähnelt dem chronischen Erschöpfungssyndrom (myopathische Enzephalomyelitis), dessen Ursache noch nicht geklärt ist. Nach heutigem Kenntnisstand spielt die Immunantwort nach der Virusinfektion eine große Rolle. Charakteristisch für das Krankheitsbild von ME/CFS sind eine schwere chronische Beeinträchtigung der geistigen und körperlichen Funktion sowie eine deutliche Verschlechterung nach einer leichten körperlichen Belastung, die zu einer dauerhaften Beeinträchtigung der täglichen Funktionsleistung und der Lebensqualität führen. Bisher ist nicht klar, wie viele auf diese Weise betroffen sind.

Zu Long Covid zählen neben den sehr komplexen gesundheitlichen Symptomen auch bei Menschen ohne schweren SARS-CoV-Verlauf lokalisierte Organkomplikationen und neu auftretende chronische nicht übertragbare Erkrankungen, die Anzeichen nehmen zu. Dazu gehören:

  • Dauerhafte Lungenschäden und damit verbundene Verschlechterung der Funktion der Lunge.
  • Eingeschränkte Nierenfunktion und Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Herzmuskelentzündung, Schlaganfall, Herzinfarkt, Thromboembolie und Diabetes.

Welche Faktoren wirken beeinflussend?

Nach derzeitigem Kenntnisstand ist der Schweregrad der Erkrankung auch entscheidend für Long Covid. Zudem scheinen viele bestehende Gesundheitsrisiken und Erkrankungen das Risiko, an Long Covid zu erkranken, deutlich zu erhöhen. Das bezieht sich auf Menschen jeden Alters. Umfassende Gesundheitsuntersuchungen von COVID-19-Erwachsenen über drei Zeitpunkte zeigen, dass sich das Risiko langfristiger gesundheitlicher Auswirkungen während einer Infektion signifikant ändert, insbesondere sobald einer der folgenden Faktoren zutrifft:

  • spezifische nachweisbare Autoantikörper im Blut.
  • Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus.
  • Diabetes mellitus.

Frauen oder Männer – wer ist eher betroffen?

Viele Studien haben übereinstimmend beobachtet, dass Frauen (vor allem junge Frauen) oft länger von COVID / Post-COVID betroffen sind als Männer oder Jungen in diesen Altersgruppen. Zwischen Jugendlichen und Kindern trifft es Jugendliche häufiger als Kleinkinder, aber bei Erwachsenen liegt die bisher bekannte Spitzenhäufigkeit von Langzeitfolgen bei jungen Erwachsenen mittleren Alters.

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